Der februar markiert einen entscheidenden zeitpunkt für gartenliebhaber, die ihre außenanlagen mit neuen gehölzen bereichern möchten. Während dieser jahreszeit bieten baumschulen und gartencenter wurzelware zu besonders attraktiven preisen an – eine gelegenheit, die erfahrene gärtner nicht verpassen sollten. Diese pflanzen, die ohne topf und mit bloßen wurzeln geliefert werden, versprechen nicht nur erhebliche kosteneinsparungen, sondern auch optimale anwachsbedingungen. Die vegetationsruhe ermöglicht es den gehölzen, sich stressfrei an ihren neuen standort zu gewöhnen, bevor der frühjahrsaustrieb beginnt.
Einführung in die Pflanzung von Wurzelware im Februar
Was versteht man unter wurzelware
Wurzelware bezeichnet gehölze ohne erdballen, die während der vegetationsruhe ausgegraben und mit nackten wurzeln gehandelt werden. Im gegensatz zu containerware oder ballenware verzichtet diese pflanzform auf jegliches substrat um die wurzeln. Diese methode ermöglicht eine kostengünstige produktion und distribution, da transport und lagerung wesentlich vereinfacht werden. Typischerweise werden laubgehölze, obstbäume, rosen und heckenpflanzen als wurzelware angeboten.
Verfügbare pflanzenarten
Das sortiment an wurzelware im februar umfasst eine beeindruckende vielfalt:
- Obstbäume wie apfel, birne, kirsche und pflaume
- Beerensträucher einschließlich himbeere, brombeere und johannisbeere
- Ziersträucher wie forsythie, flieder und weigelie
- Heckenpflanzen wie liguster, hainbuche und rotbuche
- Rosen in zahlreichen sorten
- Laubbäume für größere gärten
Qualitätsmerkmale erkennen
Beim kauf sollten gärtner auf kräftige, gut verzweigte wurzelsysteme achten. Die wurzeln dürfen nicht ausgetrocknet oder beschädigt sein. Ein frischer geruch und eine helle färbung der wurzelspitzen deuten auf vitalität hin. Die triebe sollten glatt und unverletzt sein, mit gut ausgebildeten knospen. Seriöse anbieter halten die wurzeln bis zum verkauf feucht und geschützt, oft in feuchtem sägemehl oder stroh eingeschlagen.
Die wahl des richtigen pflanzzeitpunkts hängt unmittelbar mit den klimatischen bedingungen zusammen, die der februar bietet.
Warum Februar der ideale Monat ist
Vegetationsruhe optimal nutzen
Im februar befinden sich laubgehölze in ihrer tiefsten ruhephase. Der stoffwechsel ist auf ein minimum reduziert, wodurch die pflanzen das umpflanzen ohne stress überstehen. Die wurzeln können sich an den neuen standort gewöhnen, bevor im frühjahr die nährstoffversorgung der austreibenden knospen beginnt. Dieser natürliche rhythmus begünstigt eine erfolgreiche etablierung deutlich besser als eine pflanzung während der wachstumsphase.
Bodenbedingungen im februar
Die bodenverhältnisse spielen eine entscheidende rolle. Der boden sollte:
- Frostfrei und bearbeitbar sein
- Ausreichend feuchtigkeit enthalten, aber nicht vernässt
- Nicht zu schwer und lehmig, um wurzelwachstum zu ermöglichen
- Eine temperatur über dem gefrierpunkt aufweisen
| Bodenzustand | Pflanzeignung | Maßnahmen |
|---|---|---|
| Gefroren | Ungeeignet | Abwarten bis auftauen |
| Feucht, locker | Optimal | Sofort pflanzen |
| Staunass | Bedingt geeignet | Drainage verbessern |
| Trocken | Geeignet | Vor pflanzung wässern |
Zeitvorsprung vor der saison
Wer im februar pflanzt, verschafft seinen gehölzen einen entscheidenden entwicklungsvorsprung. Sobald die temperaturen steigen, können bereits etablierte wurzeln sofort nährstoffe aufnehmen und das wachstum unterstützen. Pflanzen, die erst im april oder mai gesetzt werden, benötigen zunächst wochen zur wurzelbildung, während die februarpflanzungen bereits austreiben. Dieser zeitgewinn zeigt sich in kräftigerem wuchs und besserer trockenheitstoleranz im ersten sommer.
Neben den pflanzphysiologischen vorteilen sprechen auch wirtschaftliche überlegungen für wurzelware.
Ökonomische Vorteile von Wurzelware
Preisvergleich zu containerware
Die kostenersparnis bei wurzelware ist beträchtlich. Während eine containerrose im fünf-liter-topf zwischen 15 und 25 euro kostet, ist die gleiche sorte als wurzelware oft für 5 bis 10 euro erhältlich. Bei obstbäumen fallen die unterschiede noch deutlicher aus:
| Pflanzenart | Wurzelware | Containerware | Ersparnis |
|---|---|---|---|
| Rose | 7 € | 20 € | 65 % |
| Obstbaum | 15 € | 45 € | 67 % |
| Heckenpflanze | 2 € | 6 € | 67 % |
| Zierstrauch | 8 € | 18 € | 56 % |
Mengenvorteil bei großprojekten
Besonders bei der anlage von hecken oder obstgärten summieren sich die einsparungen erheblich. Eine 20 meter lange hainbuchenhecke mit drei pflanzen pro meter erfordert 60 exemplare. Als wurzelware kostet dies etwa 120 euro, während containerware mit rund 360 euro zu buche schlägt. Diese preisdifferenz von 240 euro ermöglicht größere pflanzprojekte oder die investition in hochwertigeres werkzeug und bodenverbesserung.
Nachhaltigkeit und ressourcenschonung
Wurzelware punktet auch ökologisch:
- Kein kunststoffmüll durch töpfe und container
- Geringeres transportgewicht reduziert CO₂-emissionen
- Weniger substratverbrauch in der produktion
- Natürlichere aufzucht ohne künstliche wachstumsbeschleunigung
- Lokale baumschulen können kostengünstiger produzieren
Die praktische umsetzung erfordert jedoch sorgfältige vorbereitung und kenntnis der richtigen techniken.
Pflanzanleitung
Vorbereitung der pflanzen
Nach dem kauf oder der lieferung sollten wurzelware-gehölze niemals austrocknen. Bis zur pflanzung werden sie an einem kühlen, frostfreien ort gelagert, die wurzeln in feuchtes tuch oder stroh eingeschlagen. Unmittelbar vor dem pflanzen erfolgt ein wurzelbad: die gehölze werden für mehrere stunden in einen eimer mit wasser gestellt, damit sich die wurzeln vollsaugen können. Beschädigte oder zu lange wurzelenden werden mit einer scharfen schere sauber abgeschnitten.
Standortwahl und bodenvorbereitung
Die standortwahl richtet sich nach den bedürfnissen der jeweiligen pflanzenart. Der boden sollte tiefgründig gelockert werden, idealerweise spatentief. Bei schweren lehmböden empfiehlt sich die einarbeitung von:
- Kompost zur verbesserung der bodenstruktur
- Sand für bessere durchlässigkeit
- Organischem material zur förderung des bodenlebens
Das pflanzloch wird doppelt so breit und tief wie das wurzelsystem ausgehoben. Die aushuberde wird mit reifem kompost vermischt.
Pflanztechnik schritt für schritt
Die korrekte pflanztiefe ist entscheidend: der wurzelhals sollte ebenerdig oder maximal zwei zentimeter unter der oberfläche liegen. Ein kleiner erdhügel in der lochmitte dient als auflage, über den die wurzeln gleichmäßig verteilt werden. Beim einfüllen der erde wird das gehölz leicht gerüttelt, damit sich die erde zwischen den wurzeln verteilt und keine hohlräume entstehen. Die erde wird schichtweise eingefüllt und vorsichtig angedrückt, ohne die wurzeln zu beschädigen.
Angießen und fixierung
Nach der pflanzung erfolgt ein gründliches angießen mit mindestens 10 bis 20 litern wasser pro pflanze. Dies schließt lufteinschlüsse und stellt bodenkontakt her. Bei größeren gehölzen empfiehlt sich eine stützpfahlkonstruktion:
| Gehölzgröße | Stützpfahl | Bindematerial | Dauer |
|---|---|---|---|
| Bis 1,5 m | Optional | Kokosstrick | 1 Jahr |
| 1,5-3 m | Empfohlen | Gummiband | 2 Jahre |
| Über 3 m | Notwendig | Baumbinder | 3 Jahre |
Der pfahl wird windabgewandt eingeschlagen und das gehölz in form einer acht locker befestigt, um scheuerstellen zu vermeiden.
Die ersten monate nach der pflanzung entscheiden über erfolg oder misserfolg der maßnahme.
Pflege und Nachsorge
Bewässerung im ersten jahr
Frisch gepflanzte wurzelware benötigt regelmäßige wassergaben, besonders in trockenphasen. Im ersten frühjahr und sommer sollte wöchentlich durchdringend gewässert werden – lieber seltener mit größeren mengen als täglich oberflächlich. Pro quadratmeter wurzelbereich rechnet man mit 20 bis 30 litern bei jeder wassergabe. Eine mulchschicht aus rindenmulch, grasschnitt oder stroh reduziert verdunstung und hält den boden gleichmäßig feucht.
Düngung und nährstoffversorgung
In den ersten wochen nach der pflanzung wird nicht gedüngt, um das wurzelwachstum nicht zu forcieren. Ab april kann eine moderate düngung erfolgen:
- Kompost als langzeitdünger im frühjahr
- Hornspäne für stickstoffversorgung
- Organischer volldünger nach herstellerangabe
- Bei obstgehölzen spezieller obstbaumdünger
Mineralische dünger sollten im ersten jahr vermieden werden, da sie die zarten wurzeln schädigen können.
Schnittmaßnahmen
Ein pflanzschnitt gleicht das verhältnis zwischen wurzelmasse und trieben aus. Bei der rodung gehen wurzeln verloren, weshalb auch die krone reduziert werden sollte. Der schnitt erfolgt direkt nach der pflanzung:
- Haupttriebe um ein drittel einkürzen
- Schwache und beschädigte triebe entfernen
- Auf gut verteilte kronenstruktur achten
- Saubere schnitte knapp über knospen setzen
Dieser schnitt fördert die verzweigung und kompakten wuchs.
Winterschutz und frostgefahr
Obwohl februarpflanzungen bereits vor dem hauptfrost erfolgen, können spätwinterfröste auftreten. Junge gehölze profitieren von:
| Schutzmaßnahme | Material | Anwendung |
|---|---|---|
| Wurzelschutz | Mulch, Laub | 10 cm schicht |
| Stammschutz | Jute, Vlies | Bei frostgefahr |
| Kronenschutz | Vlieshaube | Empfindliche arten |
Trotz sorgfältiger planung können fehler die anwachschancen gefährden.
Häufige Fehler, die es zu vermeiden gilt
Zu späte pflanzung
Der häufigste fehler ist das hinauszögern der pflanzung bis in den april oder mai. Dann ist die vegetationsruhe bereits beendet, die pflanzen treiben aus und das anwachsen wird deutlich erschwert. Wurzelware sollte spätestens ende märz in der erde sein. Wer zu spät bestellt, riskiert zudem, dass beliebte sorten bereits ausverkauft sind. Die verfügbarkeit von wurzelware ist zeitlich begrenzt auf die monate november bis märz.
Wurzeln austrocknen lassen
Nackte wurzeln reagieren extrem empfindlich auf austrocknung. Bereits wenige stunden in sonne und wind können irreparable schäden verursachen. Die feinen wurzelhaare, die für die nährstoffaufnahme verantwortlich sind, sterben bei trockenheit binnen minuten ab. Deshalb gilt:
- Pflanzen sofort nach erhalt auspacken und wässern
- Bei lagerung wurzeln feucht einschlagen
- Transport in feuchten säcken oder folien
- Pflanzung zügig durchführen
- Niemals wurzeln der sonne aussetzen
Falsche pflanztiefe
Zu tiefes pflanzen führt zu fäulnis am wurzelhals, zu flaches pflanzen lässt wurzeln austrocknen. Die veredlungsstelle bei obstbäumen und rosen muss oberhalb der erdoberfläche bleiben. Eine faustregel: der punkt, an dem die wurzeln aus dem stamm entspringen, sollte nach dem setzen auf bodenniveau liegen. Nach dem ersten winter setzt sich die erde noch etwas, was bei der pflanztiefe berücksichtigt werden sollte.
Unzureichende bodenvorbereitung
Das ausheben eines zu kleinen pflanzlochs zwingt die wurzeln in eine unnatürliche haltung. Verdichteter boden am grund des lochs verhindert drainage und führt zu staunässe. Eine gründliche lockerung des untergrunds und ausreichende lochgröße sind unverzichtbar. Bei schweren böden sollte großzügig sand und kompost eingearbeitet werden, um die struktur langfristig zu verbessern.
Überdüngung
Der versuch, das anwachsen durch starke düngung zu beschleunigen, bewirkt das gegenteil. Hohe salzkonzentrationen im boden entziehen den wurzeln wasser und können zu verbrennungen führen. Frisch gepflanzte gehölze benötigen zunächst zeit zur wurzelbildung, bevor sie nährstoffe in größeren mengen aufnehmen können. Organische dünger in moderater dosierung sind chemischen präparaten vorzuziehen.
Die pflanzung von wurzelware im februar verbindet gärtnerisches können mit wirtschaftlichem denken. Die vegetationsruhe bietet ideale voraussetzungen für stressfreies anwachsen, während die deutlich niedrigeren preise gegenüber containerware erhebliche einsparungen ermöglichen. Erfolgreiche pflanzungen erfordern sorgfältige vorbereitung, von der standortwahl über die bodenvorbereitung bis zur fachgerechten pflanztechnik. Regelmäßige bewässerung und angepasste pflege in den ersten monaten sichern die etablierung der gehölze. Wer typische fehler wie austrocknung der wurzeln oder falsche pflanztiefe vermeidet, kann sich auf kräftig wachsende pflanzen freuen, die ihren garten jahrzehntelang bereichern werden.



